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[PDF] Geschäftsordnung für den Planungs-Beirat
der Klinik für Forensische Psychiatrie (Maßregelvollzug nach § 64 StGB) in Duisburg-Hohenbudberg

Klinik-Beirat traf sich zur ersten Sitzung

Wichtiges Bindeglied zur Öffentlichkeit

Forensik_Beirat_DSC_8386_bDie Mitglieder des Klinik-
Beirates
kamen Ende Oktober zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Sie waren in der 25. und letzten Sitzung des Pla-
nungs-Beirates benannt worden.

Das neue Gremium be-
steht aus insgesamt 25 Personen und versteht sich laut Geschäfts-
ordnung als „wichtiges Bindeglied zur Öffent-
lichkeit“. Die Besetzung spiegelt dies wider.

Kommunalpolitiker und Nachbarschaftsvertreter gehören dem Klinik-Beirat ebenso an wie Vertreter der heimischen Wirtschaft, der niedergelassenen Ärzteschaft, der Polizei, der Justiz, der Kirchen und der örtlich tätigen Wohlfahrtsverbände.

Etwa einmal im Vierteljahr wird sich das Gremium treffen, um seine beratende Funktion für das Niederrhein Therapienzentrum Duisburg wahrzunehmen.

Pfarrer Thomas Gregorius zum Vorsitzenden des Planungs-Beirats gewählt

… den Menschen eine Chance eröffnen!

NTZ-D_Planungsbeirat_Vorsitz_2008-12_01„Diakonie darf sich vor keinem verschließen“, sagt Thomas Gregorius mit Überzeugung. Mit dieser
grundsätzlichen Feststellung drückt der 45-jährige Pfarrer seine christliche Grundeinstellung gegen-
über den künftigen Patienten des Niederrhein
Therapie- zentrums Duisburg aus. Genau diese mitmenschliche Haltung hat auch die künftigen Klinikbetreiber Ev. Johanneswerk und v. Bodel- schwinghsche Stiftungen Bethel bei der Entschei-
dung für die Einrichtung in Hohenbudberg bestimmt.

Die beiden diakonischen Einrichtungen aus Bielefeld übernehmen den Betrieb des Niederrhein Therapie-
zentrums Duisburg im kommenden Jahr. Bis dahin begleitet der Planungs-Beirat, dem Thomas Gregorius jetzt vorsitzt, den Aufbau der Klinik.

Pfarrer Thomas Gregorius ist Diakoniepfarrer des Kirchenkreises Moers, zu dem auch der Duisburger Stadtteil Rheinhausen gehört. „Es gab immer die Entscheidungsmöglichkeit, dass die Kirche entweder den zuständigen Ortspfarrer oder eben den Diakoniepfarrer in den Beirat entsendet“, erklärt Thomas Gregorius. Zweimal sei es der Ortspfarrer gewesen, jetzt habe man sich für den Diakoniepfarrer entschieden. Einstimmig wurde der evangelische Geistliche im September an die Spitze des Planungs-Beirats gewählt. Mit großer Mehrheit bestimmte das Gremium in der gleichen Sitzung das langjährige Beiratsmitglied Harald Jochums zum stell- vertretenden Vorsitzenden des Planungs-Beirats.

Im Kirchenkreis Moers ist Thomas Gregorius für die diakonischen Angebote verantwortlich. In den verschiedenen Diensten der Diakonie des Kirchenkreises – Jugendhilfe, Schuldner- und Suchtberatung, Betreutes Wohnen, ambulante Pflege, Kinderprojekte – arbeiten rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Am Beginn seines Berufslebens hat Thomas Gregorius als Vikar und als Pfarrer im Hilfsdienst in der Gemeinde Friemersheim gearbeitet. Er ist in Rheinhausen aufgewachsen und hat lange Jahre dort gewohnt. Heute lebt er mit seiner Frau und den beiden Kindern in Alpen / Niederrhein.

NTZ-D_Planungsbeirat_Vorsitz_2008-12_02„Diakonie muss Menschen eine Chance eröffnen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, sie muss aber auch die Ängste der Anwohnerinnen und Anwohner gegen- über den Forensikpatienten ernst nehmen“, betont Thomas Gregorius. Zwischen diesen beiden Polen sieht der Pfarrer auch seine Arbeit im Planungs-Beirat. Es dürfe nichts verharmlost werden, alle Beteiligten müssten die Fakten auf den Tisch legen und eine intensive Kommunikation pflegen. „Ich habe den Eindruck, dass das bisher auch gut in diesem Sinne gelaufen ist“, meint der neue Vorsitzende. Es gebe in der Öffentlichkeit grundsätzlich kaum Akzeptanz für eine Forensik-Klinik, aber man müsse auch aufklären über die unterschiedlichen Typen von Therapieeinrichtungen, so Gregorius. „Hier in Duisburg geht es ja ausschließlich um drogensüchtige Straftäter, die überwiegend zur Beschaffung von Drogen straffällig geworden sind. Gegenüber dieser Gruppe ist die emotionale Abwehr der Gesellschaft nicht ganz so groß, wie etwa bei psychisch kranken Sexualstraftätern“, stellt der Diakoniepfarrer fest. Die Entscheidung für den Pfarrberuf hatte bei Thomas Gregorius auch mit dem Interesse an philosophischen und historischen Fragen zu tun; vor allem aber wollte er diese existenziellen Fragen mit der Arbeit mit Menschen verbinden und so die Botschaft des Evangeliums weitergeben. Und hier wird für ihn auch wieder die Verbindung zu seiner neuen Aufgabe für die Forensik-Klinik deutlich: „Die Zuwendung Jesu zu uns Menschen ist nicht abhängig von unserer Schuld oder Unschuld. Das bedeutet heute für uns in der Forensik, jedem Patienten in der Klinik ein Therapieangebot zu machen.“ Und gleichzeitig betont Thomas Gregorius noch einmal, dass im Interesse der Bevölkerung diese Therapieangebote und die Arbeit der Klinik insgesamt transparent gemacht werden müssen. „Ein gutes Sinnbild dafür, dass das auch geschieht, ist der transparente Sicherheitszaun“, meint der neue Vor- sitzende des Planungs-Beirats.