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 Schlüsselübergabe durch das Land

Ab Januar werden die Patienten sicher und effektiv behandelt

SBIH DU NTZ Schlu¦êsselu¦êbergabe 2009 01Geplant war der offizielle Akt der Klinikübergabe in den noch leeren Räumen der künftigen Werkstatt. Aber am 24. September 2009, dem Tag der Schlüsselübergabe, schien die Sonne über Duisburg-Hohenbudberg so freundlich, dass der Festakt kurzerhand nach draußen auf die Freifläche zwischen Sportplatz und Werkstatt verlegt wurde. Bei spätsommerlich freundlichem Wetter waren rund 100 Gäste ins Niederrhein Therapiezentrum Duisburg an der Dahlingstraße gekommen. Den beiden Klinikbetreibern Johanneswerk und Bethel wurden an diesem Nachmittag vom Land Nordrhein-Westfalen die Schlüssel für die Klinikgebäude übergeben.

Im Bild (v.l.) Minister Karl-Josef Laumann, Uwe-Dönisch-Seidel (Landesbeauftragter
für den Maßregelvollzug), Dr. Günther Wienberg (Vorstand v. Bodelschwinghsche
Stiftungen Bethel) und Karsten Gebhardt (Vorsitzender des Vorstands Ev. Johanneswerk)
als Trägervertreter, sowie die Geschäftsführung der neuen Einrichtung Letti Theunissen-
Schuiten, Andrea Piccenini und Dr. Bernhard Wittmann.

Landesarbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann und der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug
Uwe Dönisch-Seidel hatten einen symbolischen Schlüssel mitgebracht. Den bekamen Dr. Günther Wienberg, Vorstand v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, und Karsten Gebhardt, Vorstandsvorsitzender Ev. Johanneswerk, überreicht. Die beiden diakonischen Unternehmen, jeweils mit Hauptsitz in Bielefeld, werden das Niederrhein Therapiezentrum Duisburg (NTZ) in Form einer gemeinnützigen GmbH gemeinsam betreiben. Damit ist zum ersten Mal in Nordrhein-Westfalen der Betrieb einer forensischen Klinik an freie Träger gegangen, wie Minister Laumannn in seiner Ansprache betonte. Eine zweite Klinik, die zurzeit in Münster im Bau ist, wird künftig ebenfalls privat betrieben werden.

„Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und das Ev. Johanneswerk sind diakonische Träger von europäischem Rang und untadeligem Ruf. Beide haben langjährige und umfassende Erfahrungen bei der Behandlung und Wiedereingliederung von psychisch Kranken und Suchtkranken“, so Minister Karl-Josef Laumann. Er wies zugleich darauf hin, dass die Klinik und die Trägergesellschaft dem Maßregelvoll-zugsrecht des Landes unterworfen seien und auch künftig unter der Aufsicht des Landesbeauftragten für den Maßregelvollzug stünden.

Das neue Betreibermodell habe aber auch einen gesellschaftlichen Aspekt: „Mit diesem Schritt wird die Verantwortung unserer gesamten Gesellschaft für den Maßregelvollzug deutlich.“ Die evangelische Kirche in Westfalen bekenne sich seit Jahren in besonders entschiedener Weise zu dieser Verantwortung, auch in schwierigen Zeiten, lobte Minister Laumann. Nach Dortmund, Essen und Köln ist Duisburg die vierte neue Maßregelvollzugseinrichtung, die das Land NRW gebaut hat. Zwei weitere in Herne und Münster sind im Bau; damit werden die bisherigen Kliniken deutlich entlastet. Das Niederrhein Therapiezentrum Duisburg sei ein wichtiger Baustein der vom Land angestrebten Regionalisierung und Dezentralisierung des Maßregelvollzugs. Karl-Josef Laumann: „Der Landgerichtsbezirk Duisburg verfügte bisher über keine eigenen Maßregelvollzugsplätze, obwohl von hier aus eine überdurchschnittlich hohe Zahl drogenabhängiger Straftäter in den Maßregelvollzug eingewiesen wurde. Behandelt wurden diese Menschen meist in der kleinen Gemeinde Bedburg-Hau an der hölländischen Grenze.“

Im Niederrhein Therapiezentrum Duisburg werden ab Januar 2010 insgesamt 100 drogenabhängige Patienten behandelt. Die dafür notwendigen rund 150 Mitarbeitenden werden überwiegend bis November dieses Jahres ihren Dienst aufgenommen haben. Bereits im Jahr 2001 haben die Planungen und ersten Gespräche für den Bau des NTZ begonnen. Der Bau hat rund 27 Millionen Euro gekostet.

An die neunjährige Planungs- und Bauphase erinnerte Dr. Günther Wienberg bei der Übergabe.„Jetzt wird es ernst“, so Dr. Wienberg, „in diesen sehr gelungenen Gebäuden werden wir ab Januar sicher und effektiv Patienten behandeln.“ Der Maßregelvollzug sei eine gesellschaftlich sehr notwendige Aufgabe. Es gehe dabei auch um die Wahrung der Menschenwürde der künftigen Patienten; die Menschenwürde sei schließlich unteilbar. „Als diakonische Träger sehen wir hier auch eine zutiefst christliche Aufgabe“, so Wienberg. Dr. Günther Wienberg wird künftig dem Aufsichtsrat der NTZ gGmbH vorstehen.

Karsten Gebhardt benannte das NTZ als erfolgreiches Beispiel für eine ‚public private partnership’.
„In einem teilweise umstrittenen Projektfeld ist hier eine gute Arbeit gelungen. Nach der ersten, der Bauphase, kommt jetzt die zweite, die Betriebsphase“, so Gebhardt. „Auch diese zweite Phase wollen wir hier in Transparenz mit Ihnen in Duisburg gestalten.“ Karsten Gebhardt bedankte sich auch bei den Anwohnern, die die Aufgabe des Maßregelvollzugs mit diesem Standort auf sich genommen hätten.

Schließlich lobte Uwe Dönisch-Seidel den Dialog mit der Bevölkerung in Duisburg während der Planungs- und Bauphase. Hier hätten die Träger und Mitglieder des Planungsbeirates vorbildlich gearbeitet, Informationen weitergeleitet und so Verständnis gefördert.
Bildunterzeilen:

Mit der offziellen Schlüsselübergabe Mitte September ist der erste Schritt für die Aufnahme des Betriebs in der Forensik gemacht.

SBIH DU NTZ Schlu¦êsselu¦êbergabe 2009 09      SBIH DU NTZ Schlu¦êsselu¦êbergabe 2009 30
Dicht umlagert von Medienvertretern          Ein Bild mit Symbolcharakter: Minister Karl-Josef Laumann (l.) übergibt
war Dr. Bernhard Wittmann, der ärtzliche        erstmals eine forensische Einrichtung an private Träger. Neben ihm Dr.
Geschäftsführer; hinten im Bild Andrea          Günther Wienberg und Karsten Gebhardt.
Piccenini, für den kaufmännischen Part
zuständig.