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Schulung und Qualifizierung des Klinikpersonals

Ein wichtiger Baustein für die innere und äußere Sicherheit.

In der Nähe der Eisenbahnsiedlung in Duisburg-Hohenbudberg entsteht eine neue Klinik für suchtkranke Rechtsbrecher. Die Anwohnerinnen und Anwohner erwarten zu Recht, dass alle Maßnahmen ergriffen werden, um sie vor eventuellen Gefährdungen zu schützen. Sichtbar wird dieser Schutz durch hohe Mauern und Zäune, Videoüberwachung sowie andere bauliche und technische Sicherungsmaßnahmen. Aber wie funktioniert das Leben hinter den Mauern? Wie wird die Sicherheit dort gewährleistet?

JohnssonDas therapeutische Klima und die fachlich qualifizierte Behandlung der Patienten sind für die Sicherheit einer forensischen Klinik besonders wichtig. Denn von der Qualität des Personals, dessen Kenntnissen und Fähigkeiten hängt letztendlich der gesamte Erfolg des Maßregelvollzugs ab und damit auch die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger nach der Entlassung der Patienten aus der Forensik.

Zirka zwei Drittel des Personals einer Maßregelvollzugsklinik sind im so genannten Pflege- und Erziehungsdienst tätig. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über eine fundierte Grundausbildung und über Berufserfahrung in Psychiatrie und Suchtkrankenhilfe, sie müssen aber für die besondere Arbeit mit den suchtkranken Rechtsbrechern zusätzlich qualifiziert sein.

Martin Johnsson, Geschäftsführer des Instituts
für Fortbildung, Organisationsberatung und Supervision.

Im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe führt das ifobs, „Institut für Fortbildung, Organisationsberatung und Supervision“ in Bielefeld, seit mehr als zwölf Jahren sozialtherapeutische Weiterbildungen zur „Fachkraft im Maßregelvollzug“ durch. Bislang wurden dort über 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Experten aus Praxis und Wissenschaft gezielt auf ihre Aufgaben und ihre besondere Verantwortung vorbereitet.

In der Zusatzausbildung wird neben der Vermittlung eines fundierten Fachwissens, wie Krankheitslehre, Psychologie, Kriminologie und Recht, auch ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung sozio- und milieutherapeutischer Fähigkeiten sowie der persönlichen Konflikt- und Kooperationsfähigkeit gelegt.

Den Teilnehmenden wird in der zweijährigen Fortbildung ein Höchstmaß an Handlungskompetenz und Verantwortungsbewusstsein in Bezug auf die Sicherheit, die therapeutische Arbeit und den alltäglichen Umgang mit den Patienten vermitelt. Nur Mitarbeitende mit dieser Qualifizierung dürfen in forensischen Kliniken verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen.

Die Weiterbildung ist sehr aufwändig und umfasst einschließlich Unterrichtseinheiten, Supervisionen und Praktika über 1000 Stunden. Der gute Ruf der Weiterbildung im ifobs geht über die Schulung und Qualifizierung des Klinikpersonals Ein wichtiger Baustein für die innere und äußere Sicherheit. Landesgrenzen Nordrhein-Westfalens hinaus. Mittlerweile kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bayern, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. In der Weiterbildung wird der Grundstein für gut geschultes Personal gelegt, das auch in Duisburg der Garant für einen Klinikbetrieb nach höchsten fachlichen Standards ist.

Weitsichtig ist daher die Entscheidung der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und des Ev. Johanneswerks, schon jetzt drei der zukünftigen Mitarbeitenden an dieser Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen zu lassen. Das zeigt, dass es den beiden Trägern der geplanten forensischen Klinik besonders wichtig ist, das Personal hervorragend auf die anstehenden Aufgaben vorzubereiten.